Kinderschutz im Verein

Im letzten 12. Mann wurde kurz darüber berichtet, dass sich auch der SV Kappel mit dem Thema Kinderschutz auseinandersetzen wird.
Im Sommer besuchte uns dazu Frau Julia Kamenicek. Sie ist Referentin der Badischen Sportjugend Freiburg und unterstützt Vereine dabei, sich mit dem Thema »Sexualisierte Gewalt im Sport« auseinander zu setzen und präventiv tätig zu werden.

Was heißt Sexualisierte Gewalt?
Es ist der Oberbegriff für verschiedene sexuelle Handlungen, die auf Machtausübung, Zwang, Unterwerfung oder erzwungener Nähe basieren. Hierzu zählen auch sexualisierte Übergriffe durch Gesten, Witze und Bilder, aber auch anzügliche Bemerkungen.

Wo entstehen Risiken?
Durch Körperkontakt, der sich im Sport kaum vermeiden lässt – sowohl beim Ausüben des Sports, als auch bei Sicherheits- und Hilfestellungen.
Bei Umkleide- und Duschsituationen, wenn z.B. nur unzureichende Kabinen zur Verfügung stehen.
Bei gemeinsamen Autofahrten, in denen die Enge eine Gelegenheit für Grenzüberschreitungen bieten kann.

Bei der Veranstaltung mit der Referentin zeigte sich durch gezielte Fragen ihrerseits, dass nicht alle Situationen eindeutig erklärbar und dadurch händelbar sind. Was man vielleicht aus dem Bauch heraus entscheiden würde, ist nicht immer unbedingt richtig und kann den Trainer, die Trainerin im Zweifel auch in Schwierigkeiten bringen.

Präventiv wollen wir als Verein, damit sind alle Abteilungen des SV Kappels gemeint, eine »Kultur des Hinsehens«, eine »Achtsamkeit für schwierige Situationen« und generell eine Sensibilisierung auf den verschiedenen Ebenen erreichen, um Kinder und Trainer gleichermaßen zu schützen. Konkret heißt das: es wird ein »Verhaltenskodex« erstellt, der in Zukunft Vertragsbestandteil sein wird. Der »Verhaltenskodex« schafft eine starke Verbindlichkeit und Akzeptanz, denn selbst erarbeitete Verhaltensregeln werden nicht als Vorschriften wahrgenommen, sondern als Selbstverpflichtungen. Die Übungsleiter und -leiterinnen müssen ihr erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Für alle Trainer und Trainerinnen wird es ein Gespräch geben, bei dem die jeweiligen Abteilungsleiter dabei sein werden.

Wir möchten als Verein der Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen gerecht werden. Wir sichern den Verein ab und fördern seine Entwicklung. Denn einem Verein, der gute Präventionsarbeit leistet, vertraut man sein Kind mit gutem Gewissen an. Und Trainer arbeiten gern in so einem Verein, da sie nicht Gefahr laufen, in brenzlige Situationen zu stolpern.